Leitgedanken der sozialpädagogischen Arbeit im Frauenhaus

 

„ Jede Person hat das Recht auf Leben,Freiheit und Sicherheit“

Artikel 3  Allgemeine Erklärung der Menschenrechte   ( UNO 1948)

„ Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung“

Art  25 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ( UNO 1948)


Die Arbeit im Frauenhaus basiert auf der grundsätzlichen Wertschätzung jeder Frau und jedes Kindes.Dabei stehen das Selbstbestimmungsrecht,die Eigenverantwortlichkeit,die Würde und das Wohl von Frauen und Kinder im Zentrum jeder Überlegung.

  • Die gesellschaftlichen Aufgaben von Frauenhäusern sind :
  • die Gewaltprävention  durch Information und Beratung,
  • die Unterbrechung von häusliche Gewalt durch die Möglichkeit,dass  Frauen und Kinder im Frauenhaus Schutz und Zuflucht finden
  • die parteiliche Unterstützung von Frauen und Kindern bei der Verarbeitung der erlebten Gewalt
  • die Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt gegen Frauen mit verursachen oder stabilisieren.
  • alle Maßnahmen zur Sensibilisierung und Enttabuisierung des Themas Gewalt gegen Frauen,Mädchen und Jungen in der breiten Öffentlichkeit,


Die Konzeption des Frauenhauses beruht auf folgenden  Prinzipien

Feministische Sozialarbeit

In der pädagogischen Arbeit mit den Frauen und Kindern werden die traditionellen gesellschaftlichen Rollenzuweisungen von Frauen und Männern sowie die damit verbundenen Regeln,Verhaltensweisen und Normen kritisch hinterfragt.
Frauen und Kinder werden darin unterstützt diesbezüglich neue Perspektiven zu entwickeln.

Hilfe zur Selbsthilfe

Basis der sozialpädagogischen Arbeit im Frauenhaus ist eine grundlegende Wertschätzung jeder Frau und jedes Kindes.Dazu gehört die Akzeptanz ihrer kulturellen und individuellen Werte, persönlichen Lebensentwürfe, ihrer Eigenverantwortung, Würde und ihres Rechtes  auf Selbstbestimmung,.
Die Unterstützung der Frauen und Kinder setzt an ihren vorhandenen Ressourcen und persönlichen Stärken an und richtet sich nach dem individuellen Bedarf, der erforderlich ist, um eigene Strategien zur Selbsthilfe zu entwickeln.

Parteilichkeit

Die sozialpädagogische Arbeit orientiert sich ausschließlich an den Bedürfnissen, Interessen und dem Wohl der Frauen und ihrer Kinder.
Die Inhalte der Arbeit mit den Frauen orientieren sich an deren Anliegen, deren individueller Problematik und den daraus resultierenden Erfordernissen.
Die Kinder werden als eigenständige Personen mit eigenen Bedürfnissen und Rechten wahrgenommen,und durch die Mitarbeiterinnen unterstützt ihre Rechte und Interessen zu erkennen,zu artikulieren und gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen, auch gegenüber der Mutter, zu vertreten.

Differenzbewusste Sozialarbeit

Die Zielgruppe des Frauenhauses besteht aus von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern aller Altersgruppen, unterschiedlicher Glaubensrichtungen, die verschiedene Sprachen sprechen, sich durch Hautfarbe oder gesundheitliche Verfassung unterscheiden, über verschiedene Bildungsniveaus, Aufenthaltsstatus und finanzielle oder soziale Ressourcen verfügen. Zudem begegnen sich hier Frauen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, verschiedenen Erziehungsstilen, Konzepten von Geschlechterrollen etc.
Frauen und Kinder werden von uns nicht auf einen Teilaspekt ihrer Identität reduziert, z.B. „die Türkin“ oder „die Mutter“.Wir berücksichtigen vielmehr, dass Menschen die Erfahrung bestimmter sozialer Zugehörigkeiten teilen können( z.B. gehören alle Bewohnerinnen des Frauenhauses zur sozialen Gruppe „ Frauen“ ), es gibt aber innerhalb der so definierten sozialen Gruppe Differenzen (z.B. Frauen unterschiedlicher Altersgruppen). Wir sind offen für alle Frauen und Kinder, unabhängig von ihrer sozialen Positionierung, und bieten ihnen individuelle Beratung.