Wenn Sie Häusliche Gewalt sehen/ beobachten

 

Hinsehen

Niemand hat das Recht einen anderen zu demütigen, zu schlagen oder zu vergewaltigen- unabhängig davon ob das unter Fremden auf der Straße passiert oder in der Familie.

Gewalt ist keine Privatsache!- sondern eine Straftat!

Gewalt geht uns alle an!


Menschen, die etwas beobachten oder hören, sollen „hinsehen“ d. h. eine klare und eindeutige Haltung einnehmen, nämlich dass das was geschieht Unrecht ist. Vor allem Frauen, die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum Gewalt ausgesetzt sind, fühlen sich oft wertlos und ohnmächtig. Wenn ihnen mit Respekt und Freundlichkeit begegnet wird, kann dies schon hilfreich für sie sein.

Handeln

Personen die Häusliche Gewalt (z. B. in der Nachbarschaft erleben), sollten sich klar machen, inwieweit sie selber helfen wollen bzw. sich über evt. Beratungsangebote informieren. (z. B. Frauenberatungsstellen) Dort können sie sich selber beraten lassen oder der betroffenen Frau Anlaufstellen nennen.


Dabei sollten sie, wenn sie Kontakt zu der Frau aufgenommen haben, zuerst erfragen, welche Art von Hilfe sie wünscht. Damit die betroffene Frau selber entscheiden kann, welches der richtige Weg für sie ist. Sie kann auch Beratung in Anspruch nehmen, auch wenn sie keine Trennung von dem gewalttätigen Partner möchte.


Wenn die Betroffene keine Hilfe möchte, muß das respektiert werden, dann kann man sie ermutigen, sich auch später sich an unterstützende Stellen zu wenden.
Gerade wenn die Frau über einen langen Zeitraum regelmäßig Gewalt erlebt hat, ist es schwierig für sie Hilfe anzunehmen, manchmal auch aus Schamgefühl, manchmal aber auch deswegen, weil sie Angst hat vor den Konsequenzen, d. h. vor weiterer Eskalation.


Nur die Frau selbst kann  beurteilen, was für sie richtig ist und ab wann sie Unterstützung in Anspruch nehmen will.

Hilfe holen

Personen, die hören oder sehen, daß jemand gewalttätig wird, sollten sofort die Polizei rufen.
Sie sollten darauf achten, daß sie sich selbst nicht in Gefahr begeben, d. h. direkt andere Personen ansprechen und zur Mithilfe auffordern.
Sie können sich als ZeugInnen zur Verfügung stellen.