Was ist ein Frauenhaus?
Was ist ein Frauenhaus?

Das Frauenhaus ist eine Einrichtung, in der Frauen, die körperlich oder seelisch von ihrem/ihrer PartnerIn oder von der Familie und nahen Angehörigen bedroht oder mißhandelt werden, mit ihren Kindern Schutz und Zuflucht finden.
Die Adresse von Frauenhäuser sind zur Sicherheit der Frauen geheim.

Der Weg ins Frauenhaus

Der erste Schritt in ein Frauenhaus ist immer ein Anruf!!

Das Frauenhaus ist Tag und Nacht erreichbar.

Die Mitarbeiterinnen sind Montags bis Freitags von 09.00- 17.00 Uhr erreichbar.
Außerhalb der Bürozeiten nehmen die Bewohnerinnen des Hauses die Telefonate entgegen.

Die Telefonnummern von Frauenhäusern sind öffentlich zugänglich, d. h. sie stehen im Flyer des Frauenhauses, in Telefonbüchern, im Internet etc.

 

Auch das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 08000 116 016  kann Auskunft erteilen.
Beratung für gehörlose Frauen:

 

Die Aufnahme und Unterbringung geschieht schnell und unkompliziert.
Im Frauenhaus finden Frauen mit und ohne ihre Kinder Schutz, Hilfe und Unterstützung.
Alle Frauen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, Religion, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung sind willkommen!!!

Sollte das Frauenhaus voll belegt sein, bemühen sich die Mitarbeiterinnen um Weitervermittlung in ein anderes Frauenhaus.

Vor dem Weg in ein Frauenhaus ist es sinnvoll, die wichtigsten Unterlagen und Dokumente mit zunehmen. (siehe SOS Button)

Wenn zur Zeit der Schritt in ein Frauenhaus noch nicht möglich ist, macht es Sinn, sich einen persönlichen Sicherheitsplan zu erstellen. Der Sicherheitsplan kann in akuten Krisensituationen mehr Sicherheit und Kontrolle geben.

Sicherheitsplan

 

Wenn zur Zeit der Schritt in ein Frauenhaus noch nicht möglich ist, macht es Sinn, sich einen persönlichen Sicherheitsplan zu erstellen. Der Sicherheitsplan kann in akuten Krisensituationen mehr Sicherheit und Kontrolle geben.

Wenn Sie in einer Gewaltbeziehung leben, ist es sinnvoll, einen persönlichen Sicherheitsplan zu erstellen. Damit sind Sie in einer Krisensituation besser vorbereitet, können sich sicherer fühlen  und haben mehr Kontrolle über die Situation.
Als Hilfestellung im Folgenden einige Fragen und Ratschläge:

Fluchtplan

• Wie können Sie am schnellsten Ihre Wohnung verlassen, wenn Ihr Partner Sie bedroht?
• Wohin können Sie innerhalb ihrer Wohnung fliehen, um sich zu schützen?
• Welche Räume sind abschließbar und bieten die Möglichkeit die Wohnung zu verlassen?

Telefon

• Haben Sie ein Handy, um Hilfe zu rufen?
• Haben Sie die Nummer von Polizei, Ärzten und Freundinnen und Freunden in Ihrem Handy gespeichert?

Unterstützung

• Wer könnte Ihnen in Ihrer näheren Umgebung helfen?
• Gibt es zum Beispiel eine Nachbarin oder einen Nachbarn, der oder dem Sie vertrauen? • Dann weihen Sie sie in Ihre Situation ein und bitten sie, Hilfe zu rufen, wenn sie bemerken, dass Ihr Mann Ihnen Gewalt antut.

Kinder

• Erklären Sie Ihren Kindern die häusliche Situation so, dass sie es verstehen.
• Zeigen Sie ihnen, wie sie in einem Notfall die Polizei anrufen können.
• Erklären Sie ihnen, dass es vielleicht nötig sein könnte, die Wohnung zu verlassen.
• Informieren Sie auch die Schule und den Kindergarten über Ihre Situation.
• Führen Sie Gespräche mit Ihren Kindern.Wie geht es ihnen? Was wünschen sie sich? • Nehmen Sie Ihren Kindern die Angst, für die Gewalt verantwortlich zu sein.

Schlüssel

Lassen Sie einen Schlüsselbund mit allen wichtigen Schlüsseln (Wohnung, Auto, etc.)
nachmachen und bewahren ihn an einem sicheren Ort auf (z.B. bei einer Freundin oder bei
Verwandten).

Dokumente, Sparbücher, andere Wertsachen
Kopieren Sie ihre wichtigsten Dokumente und verwahren Sie die Originale sowie Ihre Wertsachen an einem sicheren Ort, z.B. bei einer Freundin oder bei Verwandten. Eine ausführliche Liste finden Sie, wenn Sie den SOS Button auf der Startseite anklicken.
Notfalltasche
Bereiten Sie eine Tasche mit den wichtigsten Sachen für sich und ihre Kinder vor. Auch diese deponieren Sie am Besten an einem sicheren Ort.
Unterkunft

• Fragen Sie eine Person, der Sie vertrauen, z.B. eine Freundin oder eine Verwandte, ob Sie     im Notfall zu ihr kommen können.
Natürlich können Sie auch zu jeder Tages- und Nachtzeit im Frauenhaus anrufen.

• Speichern Sie am Besten die Nummer in Ihrem Handy: 04121 / 25895

Das Leben im Frauenhaus

Der Aufenthalt im Frauenhaus ist kostenlos! Falls Frauen über kein eigenes Einkommen verfügen, stehen ihnen in der Regel Sozialleistungen, wie z.B. ALG II (Hartz IV), zu. Bei der Antragstellung auf Sozialleistungen können die Mitarbeiterinnen unterstützen.

Mütter und ihre Kinder bekommen nach Möglichkeit ein eigenes Zimmer. Frauen ohne Kinder müssen sich ein Zimmer mit anderen Frauen teilen. Küchen, Bäder, Wohnzimmer und andere Gemeinschaftsräume werden von allen Bewohnerinnen des Frauenhauses gemeinsam genutzt.

Im Haus befinden sich auch Büro- und Beratungsräume, in denen die Mitarbeiterinnen Beratung und Unterstützung für die weitere Lebensorganisation und -planung anbieten.  

 

Damit neue Bewohnerinnen sich im Haus schnell zurechtfinden, haben wir eine Hausordnung erarbeitet. Darin sind auch die Grundprinzipien des Zusammenlebens verankert:

Das Leben im Frauenhaus ist gewaltfrei. Das bedeutet, dass auch bei Konflikten keine Gewalt gegen sich selbst, gegen andere Frauen oder gegen die Kinder angewandt werden darf.
Das Leben im Haus ist alkohol- und drogenfrei. Frauen mit einer Suchtproblematik erhalten mit unserer Hilfe Vermittlung in eine spezialisierte Beratungsstelle oder Klinik, damit sie während oder nach einer Behandlung (Entgiftung, Therapie, Beratung) suchtfrei im Haus leben können.

Das Frauenhaus ist eine Selbsthilfeeinrichtung und hat keinen Heimcharakter mit „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“. Die Bewohnerinnen des Frauenhauses versorgen sich und ihre Kinder selbst und gestalten ihren Alltag eigenständig. Es ist ihnen selbstverständlich gestattet jederzeit das Frauenhaus zu verlassen.

Außerdem übernimmt jede Bewohnerin bestimmte Aufgaben für die Hausgemeinschaft, z.B. Telefondienste in der Nacht und an den Wochenenden (außerhalb der Bürozeiten) und die  Reinigung der Gemeinschaftsräume. Die Verteilung der Dienste und das Zusammenleben im Haus wird in regelmäßig stattfindenden Hausversammlungen organisiert.

Es gibt keine gemeinsamen und verbindlichen Essenszeiten, sondern jede Frau kocht für sich und ihre Kinder. Es ist aber natürlich möglich, mit anderen Frauen gemeinsam zu kochen, zu wirtschaften und die Freizeit zu gestalten.

Die Zielgruppe des Frauenhauses besteht aus Frauen und Kindern unterschiedlicher Glaubensrichtungen, die verschiedene Sprachen sprechen, sich durch Alter oder gesundheitliche Verfassung unterscheiden, über verschiedene Bildungsniveaus, Aufenthaltsstatus und finanzielle oder soziale Ressourcen verfügen. Zudem begegnen sich hier Frauen mit verschiedenen Erziehungsstilen, Konzepten von Geschlechterrollen etc.

Die gemeinschaftsorientierte Raumgestaltung des Frauenhauses erfordert Toleranz und Verständnis für andere Lebensentwürfe. Auf der anderen Seite bietet sie den Frauen leicht die Möglichkeit mit anderen Frauen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden, ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. Oft entstehen aus der gemeinsamen Betroffenheit Solidarität und Freundschaft – auch über den Frauenhausaufenthalt hinaus.

Kinder im Frauenhaus 

Ein Frauenhaus ist immer auch ein Schutzhaus für die Mädchen und Jungen, die mit ihren Müttern dort Zuflucht suchen.

Im Frauenhaus Elmshorn werden Mädchen ohne Altersgrenze und Jungen bis zum 12.  Lebensjahr mit ihren Müttern aufgenommen. Ältere Jungen können während des Frauenhausaufenthaltes in einem nahe gelegenen Kinderschutzhaus untergebracht werden. Die Altersbegrenzung von Jungen ist durch die räumlichen Gegebenheiten des Frauenhauses begründet. Aufgrund von engen Wohnverhältnissen und das gemeinsame Nutzen der Badezimmer ist die notwendige Intimsphäre nicht gewährleistet. 

Gelegentlich wird geäußert, dass der Aufenthalt im Frauenhaus nicht dem Wohle des Kindes entspricht. Das ist ein Irrtum!
Kinder werden im Frauenhaus als eigene Persönlichkeiten und Subjekte geachtet, ihre Bedürfnisse und Wahrnehmungen werden ernst genommen und in Entscheidungen einbezogen. Die Mädchen und Jungen haben daher ihre eigenen Ansprechpartnerinnen unter den Mitarbeiterinnen. Diese hören ihnen zu, wenn sie über das Erlebte sprechen möchten, unterstützen bei Problemen und Konflikten, nehmen sich Zeit und ergreifen Partei.

Im Frauenhaus steht den Kindern ein Kinderzimmer, ein Schulzimmer und ein großes Außengelände mit Spielplatz zur Verfügung. Regelmäßig finden Freizeitangebote, wie z.B. Schwimmen oder Reiten statt. In den Schulferien gestalten wir ein Ferienprogramm für die Kinder.
Mädchen und Jungen im Schulalter nehmen regelmäßig an der Kinderhausversammlung teil. Dort können alle – für die Kinder wichtigen – Angelegenheiten besprochen werden. Das Thema häusliche Gewalt ist dabei kein Tabu. Sich gegenüber anderen Mädchen und Jungen zu öffnen, die ähnliche Gewalterfahrungen machen mussten, ist oft der erste Schritt das Erlebte zu verarbeiten.
Ziel dieser Arbeit ist die Schaffung einer angst- und gewaltfreien Atmosphäre, in der sich die Mädchen und Jungen geborgen fühlen und positive Erlebnisse erfahren.

Außerdem beraten die Mitarbeiterinnen aus dem Kinderbereich die Mutter bei Bedarf in Erziehungsfragen oder im Bezug auf Sorge- und Umgangsrecht. Jede Form von Gewalt als Erziehungsmethode ist im Frauenhaus verboten.

Wenn Sie den SOS-Button benutzen:
erhalten Sie praktische Informationen über den Schritt ins Frauenhaus.

sos